Was Decarboxylierung bedeutet
Decarboxylierung ist eine chemische Reaktion, bei der ein Kohlendioxid-Molekül von einer Verbindung abgespalten wird. Dieser Prozess ist notwendig, damit der Körper die Wirkstoffe der Cannabispflanze optimal aufnehmen kann, und ein zentraler Schritt bei der Herstellung von Cannabis-Extrakten wie Ölen.
Von der Säureform zum Wirkstoff
Rohe Cannabispflanzen enthalten Cannabinoide zunächst in ihrer sauren Vorstufenform, etwa als THCA oder CBDA. Erst durch Erhitzen spalten diese Moleküle Kohlendioxid ab und wandeln sich in die aktiven Formen THC beziehungsweise CBD um, die dann an die Cannabinoid-Rezeptoren des Körpers andocken können.
Die richtige Temperatur
Bereits Forschung aus den 1980er-Jahren zeigte, dass fünf Minuten Erhitzen von THCA auf 190 °C eine vollständige Decarboxylierung erreichen. Bei 210 °C wandelt sich THCA sogar innerhalb weniger Sekunden nahezu vollständig um. In der Praxis hat sich ein zweiphasiger Prozess bewährt: zunächst wird Feuchtigkeit entzogen, anschließend folgt die eigentliche Erhitzung bei höherer Temperatur.
Was das für die Anwendung bedeutet
Beim Rauchen oder Verdampfen von Cannabis laufen Decarboxylierung und Wirkstoffaufnahme durch die hohen Temperaturen innerhalb von Sekunden ab. Bei niedrigeren Temperaturen dauert der Prozess deutlich länger, bei 100 °C werden mindestens 60 bis 120 Minuten benötigt. Das erklärt, warum ein einfacher Tee-Aufguss allein meist nicht ausreicht, um die Wirkstoffe der Pflanze vollständig verfügbar zu machen.
Fragen dazu?
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Diese Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung.