Ein System für das innere Gleichgewicht
Die Vorsilbe „endo“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „von innen“. Das Endocannabinoidsystem (ECS) ist ein internes Regulationsnetzwerk, das an der Entwicklung des Nervensystems, der Signalübertragung zwischen Zellen und der Aufrechterhaltung des körperlichen Gleichgewichts beteiligt ist. Es wirkt nicht isoliert, sondern kommuniziert mit nahezu allen Organsystemen.
Die drei Bausteine des ECS
- Endocannabinoide, körpereigene Botenstoffe wie Anandamid und 2-AG (2-Arachidonylglycerol), die an Cannabinoid-Rezeptoren binden.
- Rezeptoren: CB1-Rezeptoren sitzen vor allem im zentralen Nervensystem und regulieren die Freisetzung von Botenstoffen. CB2-Rezeptoren finden sich hauptsächlich auf Immunzellen und im Magen-Darm-Trakt.
- Stoffwechsel-Enzyme, die körpereigene Cannabinoide auf- und wieder abbauen.
Wo das ECS überall mitwirkt
Über CB1- und CB2-Rezeptoren beeinflusst das ECS unter anderem Schmerzwahrnehmung, Muskelspannung, Anfallsneigung und Angstregulation. Es ist im Herz-Kreislauf-System, im Fortpflanzungssystem, in Leber, Immunsystem, Knochen, Muskulatur und Haut aktiv, ein System mit Wirkung weit über das Nervensystem hinaus.
Warum das für medizinisches Cannabis relevant ist
Da THC und CBD direkt an denselben Rezeptoren wie körpereigene Endocannabinoide andocken können, lässt sich darüber erklären, warum Cannabis auf so unterschiedliche Beschwerdebilder wirken kann, von Schmerzen über Schlafstörungen bis zu Übelkeit. Wie stark und wie genau diese Wirkung im Einzelfall ausfällt, hängt von vielen individuellen Faktoren ab.
Fragen dazu?
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Diese Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung.